Bundesligafinale Gewehr & Pistole: Ein begeisterndes Finale

03.02.2020 13:19 Quelle: DSB

Selbst dem sonst so wortgewaltigen Vize-Präsident Sport, Gerhard Furnier, fehlten fast die Worte: „Ich bin jetzt seit zwölf Jahren für die Bundesliga zuständig, aber das habe ich noch nicht erlebt!“ Damit meinte Furnier die Qualität der Veranstaltung sowohl im organisatorischen als auch sportlichen Bereich, die in den Goldfinals mit den strahlenden Siegern der SSG Kevelaer (Gewehr) und Braunschweiger SG (Pistole) ihren Höhepunkt fand.

Foto: DSB / Begeistert! Die Zuschauer in Rotenburg an der Fulda trugen ihren Teil zum Gelingen des Bundesligafinals bei.

Jeweils deutlich über 1.000 Zuschauer nahmen in der Göbels Arena in Rotenburg an der Fulda Platz und sorgten somit für eine prächtige Kulisse. Und die Gewehr- und Pistolenschützen enttäuschten diese nicht. Herausragende Leistungen wie die von Kevelaer mit einem neuen Finalrekord von 1985 Ringen oder auch Überraschungssiege wie von SB Freiheit über das in der Vorrunde ungeschlagene Pfeil Vöhringen und das 3:2 im Viertelfinale der Spsch Raesfeld gegen Südmeister SV Waldkirch machen den Reiz der Veranstaltung aus.

Dazu ein super engagiertes Team der SG 1920 Mengshausen mit Manuela Schmermund und Olaf Lenker an der Spitze, die alles möglich machten, ein Finale der kurzen Wege aufgrund der hervorragenden Infrastruktur der Hotel- und Sportanlage sowie eine gelungene Live-Übertragung der Medaillenmatches auf Sportdeutschland.TV

Kevelaer und Braunschweig sorgen für sportliche Höhepunkte

Foto: DSB / Zwei Garanten für den Braunschweiger Premierensieg: Vanessa Seeger und Jonathan Mader.
Foto: DSB / Zwei Garanten für den Braunschweiger Premierensieg: Vanessa Seeger und Jonathan Mader.

Für die sportlichen Höhepunkte sorgten vor allem zwei Teams: Die Pistolenschützen der Braunschweiger SG gewannen im 20. (!) Anlauf endlich den ersten Titel. Dabei ging der sichtlich bewegte Trainer Dieter Schröder Risiko, setzte im Finale mit dem Inder Chaudhary Saurabh, Vanessa Seeger (beide 17) und Jonathan Mader (20) auf die Jugend. Und die zahlte es auf unbekümmerte Art und Weise zurück, vor allem Mader zeigte sich unbeeindruckt von den Rahmenbedingungen und steigerte sich mit steigendem Druck und Lautstärkepegel von Viertelfinale bis Finale (379, 382, 384). Nachdem sich der Puls gesenkt hatte, sagte Schröder: Dieser Sieg ist für mich das Größte, ich bin sehr glücklich.“

Dies trifft auch auf die „Tiger“ aus Kevelaer zu. Das dominierende Gewehrteam schoss in allen drei Runden die höchste Ringzahl in Rotenburg (Viertelfinale 1979, Halbfinale 1971, Finale 1985) und sorgte vor allem im Finale für Gänsehaut bei allen. Die ersten 64 (!) Schüsse des Quintetts landeten allesamt in der Zehn, selbst das wortgewandte Moderatoren-Trio Philipp Bernard, Marko Hilger und Axel Schell keine Superlative mehr fand. Und auch für die Sportler selbst war dies ungewöhnlich, wie Franka Janßen danach zugab: „Das habe ich auch noch nicht erlebt, und ich musste zwischendurch immer wieder lachen, weil ich mich so gefreut habe.“

Saltendorf ist Gastgeber 2021

Freuen auf das „Flaggschiff Bundesliga“ (O-Ton Furnier) kann sich im nächsten Jahr Eichenlaub Saltendorf. Der Vierte des Gewehr-Finals in Rotenburg richtet das Bundesligafinale 2021 vom 5. bis 7. Februar in der Oberpfalzhalle Schwandorf aus. Damit steigt erstmals seit 2010 (damals Coburg) wieder ein Finale bei einem Klub der Bundesliga Süd.